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DAS ABC DER HEIZTECHNIK

Lernen Sie den Unterschied zwischen der scheinbaren Einsparung der erzeugten thermischen Energie und den tatsächlichen höchstmöglichen Ersparnissen bei gleichzeitiger Sicherstellung eines einzigartigen Wärmekomforts!

Optimierung des Heizprozesses.
 
Der Heizprozess besteht aus drei Phasen: Wärmeerzeugung, (ggf.) -speicherung und -verteilung. Das Ziel dabei ist, den sog. Wärmekomfort – das heißt die gerade erwünschte Raumtemperatur – zu erreichen. Es muss sofort betont werden, dass die Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur, zum Beispiel von 20 °C, keinen Wärmekomfort bedeutet und dem Grundsatz des nachhaltigen Umgangs mit erzeugter Energie widerspricht.
Betrachten wir nun jede der vorgenannten Phasen einzeln. Denn man kann Wärme optimal herstellen, aber dann nicht optimal speichern bzw. verteilen. In jeder Phase des Umgangs mit der thermischen Energie können Verluste entstehen, die manchmal sehr hoch sind.
 
Die meisten Benutzer und Installateure konzentrieren sich auf die Optimierung des Betriebs der Wärmequelle (des Kessels, der Pumpe) und vernachlässigen die Phase der optimalen Verteilung. Im Endergebnis wird die einigermaßen optimal hergestellte Wärme in der nächsten Heizungsphase zum großen Teil verschwendet. 
Die optimale Wärmeherstellung bedeutet nicht, dass die Wärmequelle lange und ohne Taktung arbeitet, sondern dass ihre maximale Leistung ausgenutzt wird. Die erzeugte Wärme kann entweder direkt in die Heizkörper gelangen bzw. werden die überschüssigen Mengen gespeichert. Wärmespeicherung ist besonders dann gefragt, wenn die Wärmeerzeugung unnötigerweise erfolgt oder wenn zu viel Wärme hergestellt wird. Auch wenn die Wärmeherstellung wenig ansteuerbar ist, muss die Wärme gespeichert werden.
 
Goldene Regeln einer optimal betriebenen Zentralheizungsanlage:
  1. Die maximale Menge der hergestellten thermischen Energie sollte zur Beheizung der genutzten Räumlichkeiten entsprechend dem Bedarf der Bewohner und zum gewünschten Zeitpunkt genutzt werden. (Es ist schlecht, wenn es zu wenig Wärme gibt, aber auch dann, wenn es zu viel davon gibt oder wenn die Wärme zum falschen Zeitpunkt bereitgestellt wird.) 
  2. Die Wärme darf nicht dann erzeugt werden, wenn „freie Kapazitäten“ zur Verfügung stehen, es sei denn es wurde ein Speicher (sog. Puffer) eingebaut. (Die Waren werden ja auch nicht direkt von der Fertigungslinie in den Supermarkt gebracht. Analog gilt es bei der Linie: Wärmeerzeugungsanlage-Wärmeverteiler (Heizkörper).
  3. Die Wärmeverteilung muss erfolgen, wenn es nötig ist und nur die wirklich gebrauchten Wärmemengen bereitstellen. (Diese Bedingung ist nicht erfüllt, wenn es im Haus nur Fußbodenheizung gibt.)
  4. Heizkörper dienen nicht dazu, überschüssige Kapazitäten der Wärmequelle zu puffern und diese vor dem Takten zu schützen, sondern sollen uns so viel Wärme liefern, wie wir es gerade brauchen.
  5. Bei der heutigen Bautechnik mit energiesparenden und kleineren Häusern steht nichts dem entgegen, dass man Heizkörper und Fußbodenheizung in einem Kreis mit gleicher Temperatur kombiniert.
  6. Eine optimale Zentralheizungsanlage muss so konfiguriert sein, dass der Heizvorgang ganz unterbrochen oder ggf. weitgehend reduziert werden kann, falls die gerade benötigte Raumtemperatur erreicht wird bzw. falls größere Heizerträge erzielt werden bzw. falls kein Heizbedarf besteht.

Eine kostengünstige, komfortable und flexible Hausbeheizung das ganze Jahr über ist ohne Heizkörper (Wärmeverteiler) mit minimaler Wärmeträgheit nicht möglich. 


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